Inhaltsverzeichnis:
Die besten Bücher über Selbsthypnose: Grundlagen, Übungen und Unterschiede
Selbsthypnose Bücher: Du möchtest Selbsthypnose lernen und suchst ein Buch, das dich Schritt für Schritt anleitet. Die Auswahl wirkt zunächst groß: kompakte Ratgeber, umfangreiche Handbücher, Sammlungen mit Trancegeschichten und Fachbücher für Therapeuten.
Auf beinahe jedem Umschlag stehen ähnliche Versprechen:
- Stress reduzieren,
- besser schlafen,
- Ängste überwinden,
- Schmerzen beeinflussen,
- Selbstvertrauen stärken,
- Gewohnheiten verändern,
- oder unbewusste Fähigkeiten aktivieren.
Doch nicht jedes Buch erklärt verständlich, wie Selbsthypnose tatsächlich aufgebaut wird. Manche Werke enthalten viele Übungen, aber kaum Sicherheitshinweise. Andere sind wissenschaftlich und fachlich anspruchsvoll, für einen Anfänger jedoch unnötig kompliziert. Wieder andere bestehen hauptsächlich aus schönen Geschichten, ohne dir beizubringen, wie du später eigene Suggestionen entwickelst.
Für diesen Vergleich wurden deshalb fünf zentrale Kriterien verwendet:
- Verständlichkeit: Können auch Leser ohne Vorwissen dem Aufbau folgen?
- Übungsqualität: Sind die Anleitungen nachvollziehbar, realistisch und praktisch umsetzbar?
- Wissenschaftliche Einordnung: Werden Möglichkeiten und Grenzen angemessen dargestellt?
- Sicherheit: Gibt es Hinweise darauf, wann Selbsthilfe nicht ausreicht?
- Zielgruppe: Passt das Buch zu privaten Anwendern, Coaches oder therapeutischen Fachpersonen?
Die Auswahl konzentriert sich auf deutschsprachige oder auf Deutsch erhältliche Titel, die aktuell weiterhin lieferbar sind.
Unsere wichtigste Empfehlung vorab:
Für die meisten Einsteiger ist „Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie“ von Agnes Kaiser Rekkas der ausgewogenste Start.
Wer ein umfangreicheres klassisches Handbuch sucht, sollte sich „Selbsthypnose“ von Brian M. Alman und Peter T. Lambrou ansehen. Für einen besonders kurzen und strukturierten Einstieg eignet sich „Hypnose lernen“ von Dirk Revenstorf und Reinhold Zeyer.
Weitere Lernwege, Kurse und Medien findest du im Themenbereich Hypnose lernen. Einen breiteren Vergleich mit Lehrbüchern zur Fremdhypnose und Hypnotherapie bietet der Beitrag über allgemeine Hypnose-Bücher.
Die besten Selbsthypnose Bücher im Überblick
Stand der Buchauswahl: September 2026
| Buch | Besonders geeignet für | Umfang | Schwierigkeitsgrad | Größte Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie | Anfänger und praktisch orientierte Leser | 215 Seiten | leicht bis mittel | moderner, verständlicher und abwechslungsreicher Einstieg |
| Selbsthypnose von Alman und Lambrou | Leser, die ein umfangreiches Handbuch suchen | 377 Seiten | mittel | sehr viele Techniken und Anwendungsbeispiele |
| Hypnose lernen | absolute Anfänger und Leser mit wenig Zeit | 153 Seiten | leicht | kompakter, klar strukturierter Einstieg |
| Hypnose und Achtsamkeit | Leser mit Interesse an Selbstbeobachtung und psychologischen Zusammenhängen | 240 Seiten | mittel bis anspruchsvoll | differenzierte Verbindung zweier Methoden |
| Die Ruhe im Wasserglas | Menschen, die lieber Geschichten als technische Anleitungen lesen | 158 Seiten | leicht | entspannende Trancegeschichten |
| Hypnose und Hypnotherapie von Björn Migge | ambitionierte Selbstlerner und Ausbildungsteilnehmer | 461 Seiten | mittel bis anspruchsvoll | umfassende fachliche Einordnung |
Unsere Gesamtempfehlung: Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie
Das beste Gesamtpaket für Anfänger
Agnes Kaiser Rekkas richtet ihr Buch ausdrücklich an Menschen, die Selbsthypnose eigenständig kennenlernen und anwenden möchten. Das 2023 erschienene Werk umfasst 215 Seiten und kombiniert eine verständliche Einführung mit zahlreichen praktischen Übungen.
Behandelt werden unter anderem Konzentration, Selbstwirksamkeit, Selbstfürsorge, persönliche Ressourcen und der Umgang mit herausfordernden Lebenssituationen. Das Buch ist nicht lediglich eine Sammlung vorformulierter Texte. Es versucht, dem Leser zu vermitteln, wie Selbsthypnose individuell angepasst werden kann.
Die Autorin ist Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und Dozentin beziehungsweise Supervisorin verschiedener Hypnosefachgesellschaften. Dadurch besitzt das Buch einen deutlich erkennbaren fachlichen Hintergrund.
Was uns besonders gefällt
Die Übungen sind abwechslungsreich und nicht ausschließlich auf starre Entspannung ausgerichtet. Du lernst, innere Bilder, Körperempfindungen, Aufmerksamkeit und Suggestionen miteinander zu verbinden.
Das ist wichtig, weil Selbsthypnose nicht für jeden Menschen gleich aussehen muss. Manche Leser arbeiten gerne mit Landschaften und Metaphern. Andere bevorzugen sachliche Formulierungen oder körperbezogene Übungen.
Das Buch vermittelt stärker als viele einfache Ratgeber den Eindruck:
„Du lernst eine Methode, die du anpassen kannst.“
Nicht:
„Du musst jedes Wort exakt so verwenden, damit Hypnose funktioniert.“
Mögliche Schwächen
Der Untertitel „Therapie in Eigenregie“ kann missverstanden werden. Er bedeutet nicht, dass schwere körperliche oder psychische Erkrankungen grundsätzlich ohne professionelle Behandlung therapiert werden könnten.
Ein Buch kennt weder deine Diagnose noch deine gesundheitliche Vorgeschichte. Es kann nicht reagieren, wenn während einer Übung intensive Angst, belastende Erinnerungen oder andere unerwartete Symptome auftreten.
Einige Aussagen des Verlages zu „Heilung“ und stabiler Gesundheit sind außerdem sehr weit formuliert. Leser sollten deshalb zwischen allgemeiner Ressourcenförderung, ergänzender Selbsthilfe und der Behandlung einer diagnostizierten Erkrankung unterscheiden.
Für wen eignet sich das Buch?
Es ist unsere erste Empfehlung für dich, wenn du:
- noch wenig Erfahrung mit Selbsthypnose hast,
- viele unterschiedliche Übungen ausprobieren möchtest,
- einen modernen und verständlichen Schreibstil bevorzugst,
- nicht nur fertige Skripte lesen willst,
- und bereit bist, deine eigenen Reaktionen zu beobachten.
Begleitend kannst du die kostenlose Selbsthypnose-Anleitung verwenden, um zunächst einen einfachen zehnminütigen Ablauf einzuüben.
Selbsthypnose von Brian M. Alman und Peter T. Lambrou
Das umfassendste klassische Handbuch
Das Buch von Brian M. Alman und Peter T. Lambrou gehört zu den bekanntesten deutschsprachig erhältlichen Selbsthypnosebüchern. Die aktuelle Verlagsausgabe wird als 14. Auflage geführt, erschien 2023 und umfasst 377 Seiten.
Die Autoren erklären Selbsthypnose schrittweise und verwenden zahlreiche Fallbeispiele. Behandelt werden sehr unterschiedliche Themen, darunter Stress, Selbstbewusstsein, Schlaf, Schmerzen, Ängste, Gewichtsregulation und Raucherentwöhnung. Der Verlag beschreibt das Buch als verständlich für Laien und gleichzeitig interessant für Ärzte, Psychotherapeuten und andere psychosoziale Berufsgruppen.
Brian Alman ist klinischer Psychologe und arbeitete nach Verlagsangaben als Schüler Milton H. Ericksons. Peter Lambrou ist ebenfalls klinischer Psychologe und Hypnotherapeut.
Was uns besonders gefällt
Das Buch bietet deutlich mehr Material als ein gewöhnlicher Kurzratgeber. Du erhältst unterschiedliche Techniken und kannst vergleichen, welche Art von Selbsthypnose zu dir passt.
Hilfreich ist außerdem, dass nicht nur ein einziger Standardablauf verwendet wird. Dadurch wird sichtbar, dass Selbsthypnose flexibel aufgebaut sein kann.
Das Buch eignet sich gut als langfristiges Nachschlagewerk. Du musst es nicht von der ersten bis zur letzten Seite in einem Durchgang lesen. Nach den Grundlagen kannst du zu den Kapiteln wechseln, die für dein aktuelles Ziel relevant sind.
Mögliche Schwächen
Die große Zahl gesundheitlicher Anwendungsbereiche kann falsche Erwartungen erzeugen. Das Vorhandensein eines Kapitels über Migräne, Phobien, Asthma oder andere Beschwerden bedeutet nicht, dass eine eigenständig durchgeführte Übung eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzen kann.
Einige Formulierungen und Fallbeispiele stammen außerdem aus einer älteren hypnotherapeutischen Tradition. Leser, die einen sehr modernen, streng wissenschaftlichen Ratgeber erwarten, könnten an manchen Stellen eine deutlichere Einordnung der Evidenz vermissen.
Für wen eignet sich das Buch?
Empfehlenswert ist es für:
- Leser, die ein umfangreiches Handbuch wünschen,
- Menschen, die unterschiedliche Selbsthypnosetechniken ausprobieren möchten,
- Ausbildungsteilnehmer, die zusätzliche Übungen suchen,
- und Fortgeschrittene, die ein Nachschlagewerk benötigen.
Für jemanden, der nur eine einfache Entspannungsübung lernen möchte, ist das Buch möglicherweise umfangreicher als nötig.
Hypnose lernen von Dirk Revenstorf und Reinhold Zeyer
Das beste kompakte Buch für den schnellen Einstieg
„Hypnose lernen“ trägt den Untertitel „Anleitungen zur Selbsthypnose für mehr Leistung und weniger Stress“. Die 13. Auflage erschien Ende 2019 und umfasst lediglich 153 Seiten.
Das Buch vermittelt grundlegende Informationen über Hypnose und Selbsthypnose. Es enthält eine Situationsanalyse, mit der Leser ihre Ausgangslage und persönlichen Ziele einschätzen können. Anschließend werden Übungen zur Stressbewältigung und Aktivierung persönlicher Ressourcen vorgestellt.
Der Verlag beschreibt das Werk sowohl als Selbsthilfebuch als auch als begleitende Literatur für eine Hypnoseausbildung.
Was uns besonders gefällt
Der begrenzte Umfang senkt die Einstiegshürde. Du wirst nicht sofort mit mehreren Hundert Seiten Theorie und zahlreichen klinischen Anwendungsfällen konfrontiert.
Das Buch ist übersichtlich und didaktisch klar aufgebaut. Wer Selbsthypnose zunächst kennenlernen möchte, erhält einen nachvollziehbaren Weg von der Zielklärung zur praktischen Übung.
Dirk Revenstorf gehört zu den bekannten deutschsprachigen Forschern und Lehrenden im Bereich der klinischen Hypnose. Das gibt dem kompakten Ratgeber eine fachlich seriöse Grundlage.
Mögliche Schwächen
Das Buch ist deutlich älter als die Neuerscheinung von Agnes Kaiser Rekkas. Einige Begriffe wie das „Programmieren“ zukünftiger Erfolge wirken heute eher metaphorisch und sollten nicht als wörtliche Beschreibung von Gehirnprozessen verstanden werden.
Mit 153 Seiten bleibt außerdem weniger Raum für ausführliche Erklärungen, differenzierte Sicherheitsfragen und eine große Vielfalt von Übungen.
Für wen eignet sich das Buch?
Es passt besonders zu dir, wenn du:
- einen günstigen und kompakten Einstieg suchst,
- lange Fachbücher selten vollständig liest,
- einen strukturierten Trainingsweg bevorzugst,
- oder ein zusätzliches Buch zu einem Kurs benötigst.
Für eine umfassende Vertiefung solltest du später ein ausführlicheres Werk ergänzen.
Hypnose und Achtsamkeit von Michael E. Harrer
Das beste Buch für reflektierte und psychologisch interessierte Leser
Michael Harrer verbindet in diesem 240 Seiten umfassenden Fachbuch Hypnose mit Achtsamkeit. Das 2018 erschienene Werk erläutert Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Wirkfaktoren und praktische Kombinationsmöglichkeiten beider Ansätze.
Enthalten sind Tranceanleitungen, Achtsamkeitsübungen und Formulierungsvorschläge. Das Buch richtet sich vor allem an therapeutische Fachpersonen, enthält nach Verlagsangaben aber auch Übungen für die eigene Achtsamkeits- und Selbsthypnosepraxis.
Der Autor ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychotherapeut und Supervisor mit langjähriger Erfahrung in Hypnosepsychotherapie und Achtsamkeitstraining.
Was uns besonders gefällt
Das Buch verhindert eine zu einfache Vorstellung von Selbsthypnose.
Du lernst nicht nur:
„Wie erreiche ich ein bestimmtes Gefühl?“
Du beschäftigst dich auch mit der Frage:
„Wie kann ich gegenwärtige Erfahrungen beobachten, ohne sie sofort verändern zu müssen?“
Diese Verbindung ist wertvoll. Selbsthypnose wird manchmal zu einem ständigen Optimierungsprojekt:
- Ich muss ruhiger werden.
- Ich muss positiver denken.
- Ich muss dieses Gefühl entfernen.
- Ich muss mein Unterbewusstsein verändern.
Achtsamkeit ergänzt dazu eine andere Haltung. Ein Gedanke oder Gefühl darf zunächst wahrgenommen werden, ohne dass es sofort verschwinden muss.
Mögliche Schwächen
Für absolute Anfänger ist das Buch anspruchsvoller als die ersten drei Empfehlungen. Es erklärt Selbsthypnose nicht ausschließlich als leicht verständlichen Grundkurs, sondern bewegt sich in einem psychotherapeutischen und konzeptionellen Rahmen.
Mehrere Kapitel behandeln psychische Störungen und medizinische Anwendungsbereiche. Diese Inhalte setzen fachliche Kenntnisse voraus und sollten nicht zur eigenständigen Behandlung schwerer Beschwerden verwendet werden.
Für wen eignet sich das Buch?
Empfehlenswert ist es für:
- Leser mit ersten Selbsthypnoseerfahrungen,
- Menschen, die bereits Achtsamkeit oder Meditation praktizieren,
- Psychotherapeuten und Coaches,
- und Leser, die Wirkprinzipien genauer verstehen möchten.
Es ist eher eine Vertiefung als das einfachste erste Selbsthypnosebuch.
Die Ruhe im Wasserglas von Daniel Wilk
Das beste Buch für Menschen, die mit Geschichten entspannen
Nicht jeder Leser möchte zunächst Modelle, Fachbegriffe und genaue Ablaufpläne studieren. Manche Menschen finden leichter Zugang zu Trance, wenn sie einer bildhaften Geschichte folgen.
„Die Ruhe im Wasserglas“ enthält auf 158 Seiten eine Sammlung entspannender Trancegeschichten. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Ruhe, Kreativität, Gefühlen und Schlaf. Das Buch erschien in der derzeit angebotenen zweiten Auflage 2015.
Daniel Wilk ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und ausgebildeter Hypnotherapeut.
Nach Angaben des Verlages vermittelt er seit Jahrzehnten Entspannungsverfahren und Hypnose.
Was uns besonders gefällt
Das Buch eignet sich gut für ruhige Abende und für Leser, die auf bildhafte, poetische Sprache ansprechen.
Die Geschichten können:
- langsam selbst gelesen,
- von einer vertrauten Person vorgelesen,
- oder als Vorlage für eine eigene Audioaufnahme verwendet werden.
Du musst nicht jede Metapher bewusst analysieren. Es genügt, zu beobachten, welche Bilder angenehm sind und welche weniger gut zu dir passen.
Mögliche Schwächen
Das Buch ist kein vollständiger Grundkurs. Es erklärt nur begrenzt, wie du:
- eine Selbsthypnose systematisch aufbaust,
- eigene Suggestionen entwickelst,
- Ziele überprüfst,
- oder mit schwierigen Reaktionen umgehst.
Die Verlagsbeschreibung verwendet zudem Begriffe wie „Heilkräfte“ und eine Beeinflussung normalerweise nicht bewusst steuerbarer Vorgänge. Solche Aussagen sollten nicht als Garantie medizinischer Wirkungen verstanden werden.
Für wen eignet sich das Buch?
Es ist eine gute Ergänzung für:
- Menschen, die technische Ratgeber als trocken empfinden,
- Leser mit Freude an Metaphern,
- Menschen, die vor allem Entspannung suchen,
- und Anwender, die verschiedene Trancestile kennenlernen möchten.
Als einziges Lehrbuch über Selbsthypnose ist es zu wenig strukturiert.
Hypnose und Hypnotherapie von Björn Migge
Das beste umfangreiche Lehrbuch für ambitionierte Selbstlerner
Björn Migges „Hypnose und Hypnotherapie“ ist kein reines Selbsthypnosebuch. Das 461 Seiten umfassende Lehr- und Ausbildungsbuch behandelt auch Fremdhypnose, Coaching, Imagination, Suggestionen und hypnotherapeutische Anwendungen.
Selbsthypnose besitzt jedoch einen festen Platz im Gesamtkonzept. Zusätzlich stellt der Verlag Online-Materialien und Audioangebote zur Verfügung. Das Buch erschien 2018 bei Beltz und wird weiterhin als gebundene Ausgabe sowie als E-Book angeboten
Was uns besonders gefällt
Das Buch erklärt den größeren Zusammenhang. Du lernst nicht nur eine einzelne Entspannungsübung, sondern beschäftigst dich mit:
- verschiedenen Hypnosemodellen,
- Erwartungen,
- Suggestionen,
- Imagination,
- Kommunikation,
- Sicherheit,
- und praktischen Anwendungsformen.
Dadurch kannst du später besser beurteilen, weshalb eine Selbsthypnose funktioniert oder weshalb ein bestimmter Text nicht zu dir passt.
Mögliche Schwächen
Für den privaten Einstieg ist das Buch teuer und umfangreich. Viele Kapitel behandeln die Arbeit mit anderen Menschen und therapeutische Themen, die für eine gewöhnliche Selbsthypnose nicht notwendig sind.
Wer lediglich abends zehn Minuten entspannen möchte, benötigt kein mehrhundertseitiges Ausbildungsbuch.
Für wen eignet sich das Buch?
Es passt zu:
- sehr wissbegierigen Anfängern,
- Coaches und Beratern,
- Teilnehmern einer Hypnoseausbildung,
- und Menschen, die neben Selbsthypnose auch die allgemeine Methode verstehen möchten.
Für einen schnellen Einstieg empfehlen wir zunächst Kaiser Rekkas oder Revenstorf und Zeyer.
Welches Selbsthypnose-Buch passt zu dir?
Du bist absoluter Anfänger
Wähle:
Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie
oder, wenn du ein besonders kompaktes Buch möchtest:
Hypnose lernen
Beide Bücher führen relativ direkt in die praktische Anwendung.
Du möchtest möglichst viele Techniken kennenlernen
Wähle:
Selbsthypnose von Alman und Lambrou.
Das Buch ist umfangreich und behandelt zahlreiche Ziele. Nutze gesundheitliche Kapitel jedoch nicht als Ersatz für eine fachliche Behandlung.
Du magst Bilder, Geschichten und Metaphern
Wähle:
Die Ruhe im Wasserglas
Ergänze es möglichst durch ein strukturiertes Grundlagenbuch.
Du praktizierst bereits Meditation oder Achtsamkeit
Wähle:
Hypnose und Achtsamkeit
Du erhältst eine differenzierte Gegenüberstellung und zahlreiche Übungen, solltest aber psychologisches Interesse und etwas Vorwissen mitbringen.
Du planst eine professionelle Ausbildung
Wähle:
Hypnose und Hypnotherapie von Björn Migge.
Nutze das Buch als Vorbereitung oder Begleitung – nicht als Ersatz für praktische Übungen, Feedback und Supervision.
Warum die Anzahl der Übungen nicht alles sagt
Auf einem Buchumschlag wirkt eine große Zahl besonders attraktiv:
- 50 Selbsthypnosen,
- 100 Suggestionen,
- 70 Trancegeschichten,
- oder 30 Programme für jedes Lebensproblem.
Mehr Übungen bedeuten jedoch nicht automatisch mehr Qualität.
Eine gute Übung sollte erklären:
- Welches Ziel sie besitzt.
- Für wen sie geeignet ist.
- Wann du sie nicht verwenden solltest.
- Wie du einleitest.
- Wie du eine Suggestion anpasst.
- Wie du vollständig zurückkehrst.
- Woran du einen Fortschritt erkennst.
Ein Buch mit fünf sorgfältig erklärten Grundübungen kann dir mehr beibringen als eine Sammlung von hundert Texten ohne Einordnung.
Woran erkennst du ein gutes Selbsthypnose-Buch?
Die Autorin oder der Autor besitzt eine nachvollziehbare Qualifikation
Achte auf konkrete Angaben:
- Psychologie oder Medizin,
- Psychotherapie,
- anerkannte Hypnoseweiterbildung,
- langjährige praktische Erfahrung,
- Forschung,
- Lehrtätigkeit,
- oder Supervision.
Eine Bezeichnung wie „Master Hypnotic Mind Coach“ sagt ohne weitere Informationen wenig aus.
Die Methode wird verständlich erklärt
Ein seriöses Buch beschreibt Hypnose nicht als übernatürliche Kraft.
Es erklärt Aufmerksamkeit, Vorstellung, Erwartung, Suggestion und Lernen, ohne daraus eine allmächtige Steuerung des Unterbewusstseins zu machen.
Es werden keine Garantien gegeben
Vorsicht bei Versprechen wie:
- „Heile jede Krankheit selbst.“
- „Lösche Traumata in einer Sitzung.“
- „Nimm ohne Ernährungsänderung dauerhaft ab.“
- „Höre die Übung einmal und rauche nie wieder.“
- „Aktiviere hundert Prozent deiner Gehirnleistung.“
Die Forschung zu Hypnose zeigt bei einigen Anwendungsgebieten positive Ergebnisse, bei anderen Fragestellungen aber gemischte oder begrenzte Evidenz. Hypnose kann deshalb nicht pauschal für jedes Ziel empfohlen werden.
Es enthält eine klare Rückorientierung
Eine vollständige Anleitung sollte nicht einfach mit einem entspannenden Bild enden.
Sie sollte dich wieder zu:
- Körper,
- Raum,
- normalen Bewegungen,
- geöffneten Augen,
- und vollständiger Wachheit führen.
Es benennt Grenzen der Selbsthilfe
Ein gutes Buch behauptet nicht, professionelle Hilfe sei grundsätzlich unnötig.
Es sollte deutlich machen, dass beispielsweise schwere psychische Erkrankungen, Traumafolgen, Abhängigkeit, akute Krisen und ungeklärte körperliche Symptome fachlich beurteilt werden müssen.
Sind Selbsthypnose-Bücher wissenschaftlich bewiesen?
Nicht das einzelne Buch wird normalerweise in einer klinischen Studie untersucht. Wissenschaftliche Forschung prüft bestimmte Hypnoseprogramme bei klar definierten Personengruppen und Beschwerden.
Eine umfangreiche Meta-Analyse randomisierter Studien fand insgesamt Hinweise auf positive Wirkungen von Hypnose bei verschiedenen körperlichen und psychischen Behandlungszielen. Die Ergebnisse unterschieden sich allerdings erheblich nach Erkrankung, Vergleichsgruppe, Methode und Studienqualität.
Das bedeutet:
Ein Buch kann auf fachlich sinnvollen Prinzipien beruhen.
Daraus folgt aber nicht, dass jede enthaltene Übung für jedes beworbene Problem nachweislich wirksam ist.
Bewerte deshalb genau:
- Welche konkrete Methode wird beschrieben?
- Für welches Ziel wurde sie untersucht?
- Wird Selbsthypnose allein oder als Teil einer Behandlung eingesetzt?
- Wie gut ist die Studienqualität?
- Passt die untersuchte Personengruppe zu deiner Situation?
Bücher, Audios oder Apps: Was ist besser?
Bücher
Vorteile:
- erklären Zusammenhänge ausführlich,
- lassen sich im eigenen Tempo lesen,
- erleichtern das Markieren und Notieren,
- enthalten häufig verschiedene Übungen,
- benötigen kein Abonnement.
Nachteile:
- du musst die Anleitung selbst lesen oder einsprechen,
- Sprechtempo und Pausen werden nicht automatisch vorgegeben,
- eine körperlich entspannte Haltung ist beim gleichzeitigen Lesen schwierig.
Audios
Vorteile:
- du kannst die Augen schließen,
- Stimme und Pausen führen durch die Übung,
- der Einstieg ist besonders bequem.
Nachteile:
- Stimme und Tempo lassen sich oft nicht anpassen,
- Inhalte werden weniger ausführlich erklärt,
- manche Aufnahmen enthalten übertriebene Versprechen.
Im nächsten Beitrag kannst du verschiedene Audio-Anleitungen vergleichen.
Apps
Vorteile:
- große Auswahl,
- Erinnerungs- und Fortschrittsfunktionen,
- teilweise anpassbare Inhalte.
Nachteile:
- Abonnementkosten,
- Datenschutzfragen,
- unklare fachliche Qualität,
- mögliche Ablenkung durch das Smartphone.
Die beste Lösung ist häufig eine Kombination:
Du lernst die Methode aus einem Buch und verwendest für einzelne Übungen eine passende Audioaufnahme.
So arbeitest du sinnvoll mit einem Selbsthypnose-Buch
Woche 1: Grundlagen lesen – Lies zunächst nur die Einführung und die Sicherheitshinweise. Beginne nicht sofort mit dem schwierigsten persönlichen Problem.
Woche 2: Eine Grundübung auswählen – Verwende dieselbe Übung vier- bis fünfmal. Wechsle nicht jeden Tag zwischen vollkommen unterschiedlichen Techniken.
Woche 3: Reaktionen notieren – Schreibe nach jeder Übung kurz auf:
- Wie leicht konnte ich mich konzentrieren?
- Welche Formulierung war angenehm?
- Wo entstand Widerstand?
- War ich anschließend vollständig wach?
- Welche Veränderung zeigte sich im Alltag?
Woche 4: Eine Suggestion anpassen – Verändere eine allgemeine Formulierung so, dass sie zu deiner Situation passt.
Aus: „Ich bin vollkommen selbstbewusst.“
wird: „Wenn ich im Gespräch meinen Standpunkt äußern möchte, atme ich aus und beginne mit meinem vorbereiteten ersten Satz.“
Danach: Erst schrittweise vertiefen
Wechsle zu einem weiteren Kapitel, wenn du die Grundtechnik zuverlässig durchführen und beenden kannst.
Sicherheit beim Üben
Selbsthypnose gilt für die meisten Menschen bei sachgemäßer Anwendung als risikoarm. Entspannungs- und Aufmerksamkeitsübungen können bei einzelnen Menschen jedoch unangenehme Reaktionen wie verstärkte Angst, aufdringliche Gedanken oder ein Gefühl von Kontrollverlust auslösen. Bei bestimmten psychiatrischen Erkrankungen, Epilepsie oder belastenden Traumaerfahrungen kann besondere Vorsicht erforderlich sein.
Verwende Selbsthypnose niemals:
- beim Autofahren,
- auf dem Fahrrad,
- beim Bedienen von Maschinen,
- in der Badewanne,
- oder in Situationen, in denen du aufmerksam reagieren musst.
Beende eine Übung, wenn du dich stark verängstigt, desorientiert oder zunehmend unwohl fühlst.
Setze ärztlich verordnete Medikamente nicht aufgrund eines Buches ab und verschiebe keine notwendige Diagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Welches Selbsthypnose-Buch ist für Anfänger am besten?
Unsere Gesamtempfehlung ist „Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie“ von Agnes Kaiser Rekkas.
Das Buch ist relativ aktuell, verständlich und enthält zahlreiche abwechslungsreiche Übungen.
Welches Buch ist besonders kurz und einfach?
„Hypnose lernen“ von Dirk Revenstorf und Reinhold Zeyer bietet auf 153 Seiten einen kompakten Einstieg.
Welches Buch enthält die meisten unterschiedlichen Anwendungen?
„Selbsthypnose“ von Brian M. Alman und Peter T. Lambrou behandelt sehr viele Ziele und enthält zahlreiche Techniken und Fallbeispiele.
Welches Buch eignet sich zum Einschlafen?
Für Schlaf und nächtliches Grübeln ist „Hypnose für Aufgeweckte“ von Heinz-Wilhelm Gößling eine fachlich interessante Spezialisierung. Das Buch verbindet schlafmedizinische Informationen mit Fallbeispielen und Tranceanleitungen, richtet sich aber auch an therapeutisch interessierte Leser.
Kann ich Selbsthypnose nur mit einem Buch lernen?
Ja, einfache Selbsthypnose lässt sich grundsätzlich aus einem guten Buch erlernen.
Hilfreich ist es, einzelne Anleitungen selbst aufzunehmen oder durch eine Audiofassung zu ergänzen. Bei gesundheitlich komplexen Zielen sollte eine fachliche Begleitung hinzukommen.
Muss ich ein Buch vollständig lesen, bevor ich übe?
Nicht zwingend. Lies jedoch mindestens:
- die Einführung,
- Sicherheitshinweise,
- den Grundaufbau,
- und die vollständige Anleitung der ausgewählten Übung.
Springe nicht direkt zu einem Kapitel über eine schwere Erkrankung.
Kann ein Selbsthypnose-Buch eine Therapie ersetzen?
Nein. Ein Buch kann Selbsthilfe, Entspannung und den Umgang mit bestimmten Alltagssituationen unterstützen.
Es kann keine individuelle Diagnose stellen, keine Krise begleiten und keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzen.
Fazit: Das beste Selbsthypnose-Buch ist verständlich, praktisch und ehrlich
Ein gutes Selbsthypnose-Buch verspricht dir nicht, nach einem Abend sämtliche Probleme zu lösen.
Es zeigt dir, wie du:
- deine Aufmerksamkeit bündelst,
- einen ruhigen inneren Zustand entwickelst,
- ein realistisches Ziel formulierst,
- passende Suggestionen auswählst,
- die Übung sicher beendest,
- und die neue Reaktion im Alltag ausprobierst.
Für die meisten Anfänger bietet „Selbsthypnose – Therapie in Eigenregie“ von Agnes Kaiser Rekkas das beste Gesamtpaket. Es ist verständlich, relativ aktuell und enthält genügend unterschiedliche Übungen, ohne zu einem kaum überschaubaren Fachmanual zu werden.
„Selbsthypnose“ von Brian M. Alman und Peter T. Lambrou ist die richtige Wahl, wenn du ein umfangreiches klassisches Handbuch mit vielen Techniken und Anwendungsbeispielen suchst.
„Hypnose lernen“ von Dirk Revenstorf und Reinhold Zeyer eignet sich besonders für Leser, die einen kurzen, klar gegliederten Einstieg bevorzugen.
„Hypnose und Achtsamkeit“ von Michael Harrer bietet die stärkste konzeptionelle Vertiefung. Es ist besonders interessant, wenn du bereits Erfahrung mit Meditation oder Selbstbeobachtung besitzt.
„Die Ruhe im Wasserglas“ von Daniel Wilk spricht Menschen an, die über Bilder und Geschichten leichter zur Ruhe finden als über genaue technische Anweisungen.
Und „Hypnose und Hypnotherapie“ von Björn Migge ist eine umfassende Wahl für ambitionierte Leser, Coaches und Ausbildungsteilnehmer, die Selbsthypnose in den größeren Zusammenhang moderner Hypnose einordnen möchten.
Entscheide nicht nur nach Titel, Seitenzahl oder der Menge enthaltener Übungen.
Frage dich:
Möchte ich die Methode verstehen oder hauptsächlich entspannende Texte nutzen?
Brauche ich einen kurzen Einstieg oder ein langfristiges Nachschlagewerk?
Interessiere ich mich nur für meine eigene Selbsthypnose oder plane ich später eine Ausbildung?
Werden Möglichkeiten und Grenzen ehrlich erklärt?
Und passt die Sprache des Buches überhaupt zu mir?
Das beste Buch ist nicht das Werk mit den größten Versprechen.
Es ist das Buch, das dir verständlich zeigt, wie du verantwortungsvoll übst – und das ebenso klar erklärt, wann eine Übung allein nicht ausreicht.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Empfehlung dar. Selbsthypnosebücher ersetzen keine fachliche Diagnose oder Behandlung. Bei schweren, anhaltenden oder sich verschlechternden Beschwerden sollte eine entsprechend qualifizierte Fachperson hinzugezogen werden.
